Zunächst einmal ist "bayrisch" falsch. Es heisst "bayerisch". Behauptet zumindest Wikipedia. Womit Wikipedia ein bißchen recht hat.
Ganz korrekt hiesse es nämlich "bairisch". Zumindest wenn wir Ludwig Merkle folgen, dem Autor des Standard-Werkes "Bairische Grammatik" (Heinrich Hugendubel Verlag, München, 1975). Anton Schwind dagegen schrieb "Bayrisch von A-Z" (Ilmgau Verlag, Pfaffenhofen, 1966).
Wobei... Baiern sind wir eigentlich wirklich nicht mehr. Nicht, seit König Ludwig I. am 20. Oktober anno 1825 anordnete, das i in Baiern durch ein y zu ersetzen. Seitdem sind wir Bayern. Punktum.
Unsere Sprache dagegen - darf man ruhig weiterhin als Bairisch bezeichnen, stammt sie doch aus Zeiten, die weit vor denen König Ludwigs I. liegen. Ohnehin befindet sich der Bayer hier in einem schweren moralischen Konflikt. Einerseits sind wir sehr traditionsbewusst - also bairisch oder baierisch. Andererseits aber sind wir auch königstreu - also bayrisch oder bayerisch.
Bekanntermaßen spricht der Bayer nur das notwendigste und auch das nicht übermäßig deutlich, weil stets ein wenig grantig. Schreiben ist demzufolge noch viel weniger eine typisch bayerische Tätigkeit. Und deshalb ist es auch Sache der "Preissn" sich darüber den Kopf zu zerbrechen, ob es nun bairisch, bayrisch, baierisch oder bayerisch heisst - hören tut man den Unterschied eh net.
Und überhaupts - bayrisch - gibts sowieso eigentlich überhaupts gar net. Mir ham oberbayrisch, niederbayrisch, oberfränkisch, unterfränkisch, münchnerisch, allgäuerisch - um nur einige ganz wenige Spielarten der vielen bayrischen Dialekte zu nennen, die von Landkreis zu Landkreis und sogar auch von Dorf zu Dorf unterschiedlich sein können.
Habts mi?
No net? Also guad, dann halt anderst:
Kurzum, des is aso, dass der Bayer an sich gar net schreibt. Deszweng ist es auch völlig wurscht, WIE er net schreibt, weil er ja eh überhaupts gar nia net schreibt.
Wörtabiacha -(Wörterbücher) de brauchn mia Bayern eh net: Der Bayer an sich übermittelt seine Traditionen und Regeln mündlich, so wie eh und je zu alten bairischen Zeit schon. Und die bayrische Mundart, die lernt man durch Fütterung an bairischer Mutterbrust. Dann bist a "Waschechta".
Nur a "Echta" bist, wenn die nicht-bairische Mutterbrust samt dem Nachwuchs weit über die Aufzucht hinaus innerhalb der bayerischen Grenzen verbleibt und sich net wia a Preiss benimmt.
Ois andre - is a Zuagroassta. Ein Zugereisster. Und für de - san de Wörtabiacha.
Preissn - san was ganz was anderst. Des san solchtene von dene Zuagroasstn, de wo glaubn, sie müssten uns Bayern sagn, wie ma a richtigs Bayrisch spricht. Oder no schlimma, wie ma des schreibt.
Preissn, des sind auch Solchtene, de wo glaubn, dass wenn sie einen Oachkatzlschwoaf buchstabengetreu aussprechn können, sie dann damit auch schon Bairisch parlieren könnten. Der Bayer an sich dagegen, interessiert sich net für die Schweife der Eichhörnchen, weder verbal noch schriftlich noch überhaupts. Eichkatzerln san durchaus nette Viecherln, aber dera ihr Schwoaf (Schweif) - des is einfach bloß a Gpassettl, des wo der Bayer mit de Preissn gerne macht. Weils halt einfach so eine Mords-Gaudi is, wenn sich ein Preiss den Bleschl (die Zunge) bricht.
|